1. Dan
(Meistergrad) Schwarzer Gürtel

                       

Prüfungsinhalt

 

Schriftliche- und mündliche Prüfung

 

Diese wird vor dem praktischen Teil abgelegt.

Das Bestehen dieses Teils
der Prüfung ist Voraussetzung für den praktischen Teil.

 

Prüfungsinhalte

Für den Budoka ist es wichtig, die
einschlägigen Gesetze zumindest grob zu kennen, denn die erlernten Techniken
können unter Umständen zu mehr oder weniger dauerhaften Verletzungen, im
Extremfall zum Tode des Gegenübers führen.

 

Prinzipiell
soll jeder Kampf vermieden werden. Der beste Kampf ist der, der nicht
stattfindet. Man kann jedoch in Situationen geraten, die es z.B. mangels
Fluchtmöglichkeit unumgänglich machen, körperliche Gewalt anzuwenden.
Unabhängig davon begeht man – wiederum abhängig von der Folge – Körperverletzungen oder gar Tötungen.

 

 

1. Prüfungsfrage

 

Körperverletzungsdelikte,
§§ 223 bis 231 StGB (Strafgesetzbuch):

 

Grundsatz des § 223
StGB: Wer eine andere Person körperlich misshandelt oder an der Gesundheit
schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe
bestraft. Der Versuch ist strafbar.

 

Handelt man dabei mit anderen zusammen – ist also mindestens
zu zweit – benutzt eine Waffe oder ein gefährliches Werkzeug oder gefährdet das
Leben des anderen, so kann man sogar bis zu zehn Jahren eingesperrt werden (§ 224 StGB). Für Budoka ist wichtig zu
wissen, dass jeder Fußtritt zum Kopf eine das Leben gefährdende Behandlung ist
und manche Staatsanwaltschaften sogar immer von einem versuchten Tötungsdelikt
ausgehen, wenn gegen den Kopf getreten wird. Schläge gegen den Hals sind
generell lebensgefährlich! Im Übrigen ist es seit Jahren gängige Praxis, die
Hände und Füße eines Kampfsportlers als gefährliche Werkzeuge einzuordnen. Der
entsprechende Tatbestand nennt sich Gefährliche Körperverletzung.

 

Abhängig von der Folge der Körperverletzung können auch die §§ 226 (Schwere Körperverletzung
Freiheitsstrafe im Regelfall nicht unter einem Jahr) oder §§ 227 (Körperverletzung mit
Todesfolge
– nicht unter drei Jahren) erfüllt sein. Bei der schweren
Körperverletzung muss der Betroffene auf einem Auge erblinden, das Gehör oder
die Fortpflanzungsfähigkeit verlieren, oder ähnliche schwere Verletzungen
erleiden. Es reicht aus, wenn der Gegner niedergeschlagen wird und mit dem Kopf
auf dem Straßenbelag landet, hierdurch irreparable Kopfverletzungen erleidet
und dauerhaft behindert ist, ein durchaus nicht seltener Fall. Führe ich eine
derartige Verletzung gar absichtlich (z. B. durch einen Fingerstich in ein
Auge) oder wissentlich zu (z.B. Tritt in die Hoden), beträgt die Mindeststrafe
sogar drei Jahre Freiheitsentzug!

Gleich wie die Voraussetzungen sind,
ein Strafverfahren wird – sobald die Polizei eingeschaltet wird – immer
eingeleitet und selbst die edelste Absicht oder größte Not schützt davor zunächst
nicht (das hat aber erhebliche Auswirkungen auf die Folgen!). Es kommt aber
auch immer wieder vor, dass die Krankenversicherungen sich weigern, die Kosten
von Behandlungen zu übernehmen, bzw. von ihrem Versicherten verlangen, eine
Anzeige zu erstatten, oder sich direkt an die Polizei wenden, so dass
Ermittlungen erst nachträglich aufgenommen werden.

 

Angesichts dieser rechtlichen Folgen gewinnt der eingangs
erwähnte Satz, dass der Kampf der Beste ist, der nicht stattfindet, noch eine
weitere, ganz praktische, weniger spirituelle Bedeutung!

 

Wann kann ich dann Gewalt anwenden? Hierzu ein kurzer
Abriss über die einschlägigen Gesetzesstellen. Wer sich näher damit befassen
möchte, dem sei der Besuch einer Bibliothek oder eines Rechtsanwaltes ans Herz
gelegt:

 

2. Prüfungsfragen

 

  1. Notwehr (§ 32
    StGB)

 

Es kann legitim sein, das erlernte Wissen anzuwenden, und
zwar in den Fällen der Notwehr

(§ 32 StGB).

 

Gesetzestext: Wer eine Tat begeht, die durch Notwehr
geboten ist, handelt nicht rechtswidrig.
Es werden zwar erst Ermittlungen
aufgenommen, wenn sich jedoch herausstellt, dass Notwehr vorlag, wird man nicht
bestraft!

 

Was ist Notwehr? Laut Gesetz ist Notwehr die Verteidigung,
die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich
oder einem anderen abzuwenden (letzteres wird auch Nothilfe genannt), wobei
„Angriff“ bspw. auch der Versuch sein kann, etwas zu stehlen.

 

Der Angriff muss gegenwärtig sein. Keine Notwehr ist
also, wenn ich geschlagen wurde und der Täter es erkennbar dabei belassen, und
vielleicht sogar noch auf das Eintreffen der Polizei warten will. Schlage ich
dann „zurück“, dann begehe ich – wie der andere – eine Körperverletzung.
Gegenwärtig ist andererseits aber auch der unmittelbar bevorstehende Angriff,
ich muss also nicht erst abwarten, bis ich den ersten Schlag bekommen habe,
sondern darf mich schon dann zur Wehr setzen, wenn der andere mich jetzt
erkennbar schlagen will. Keine Notwehr liegt aber dann vor, wenn ich
mein Gegenüber so provoziere, dass er zuschlagen will und ich ihm dann zuvor
komme.

 

Ein weiteres Problem der Notwehr ist: man darf nur die erforderliche
Verteidigung einsetzen, sonst überschreitet man die Grenzen der Notwehr und
handelt wieder strafbar. Um es verständlicher zu machen zwei Beispiele:

 

  • Ein zwölf Jahre alter, 45 kg leichter Junge greift einen
    100 kg schweren Preisboxer tätlich an. Der darf sich zwar eigentlich
    verteidigen, aber es dürfte wohl außer Frage stehen, dass ein rechter Schwinger
    zum Kopf bereits weit über das
    erforderliche Maß hinausgeht. Eigentlich muss er ja gar nichts machen, denn der
    Angreifer dürfte kaum in der Lage sein, ihm Schaden zuzufügen.

 

  • Ein Mann, der wütend darüber ist, dass ihm jedes Jahr
    die Kirschen vom Baum gestohlen werden, schießt den nächst besten Kirschendieb
    einfach über den Haufen!

 

Das Ausmaß der Verteidigung richtet sich nach der Schwere des
Angriffes, nach den eigenen Fähigkeiten, denen des Angreifers, usw., also nach
„Kampflage“. Grundsätzlich darf man aber die Mittel anwenden, die man zur
sofortigen Beendigung des Angriffes für erforderlich hält, soweit sie nicht im
Missverhältnis zum Angriff stehen (s.o.). Hat man die Zeit zur Abwägung, ist
das möglichst mildeste Abwehrmittel zu wählen, dazu gehört u.U. auch, die
Polizei oder Security zu rufen.

 

Überschreitet man die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung,
Furcht oder Schrecken, so wird man aber nicht bestraft (§ 33 StGB),
beispielsweise kann das ein Faustschlag zum Hals auf einen völlig überraschend
erfolgenden tätlichen Angriff hin sein.

 

Erforderlich kann aber unter Umständen nicht nur die Abwehr
eines Angriffes sein, die sogenannten „Schutzwehr“, sondern auch die „Trutz
wehr“, also der Gegenangriff. Wichtig ist: man agiert zu Verteidigungszwecken,
nicht als Aggressor. Erforderlich ist nur die Verteidigung, die auch von außen
betrachtet notwendig ist, um den Angriff abzuwenden.

 

 

 

 

 

 

Praktische Prüfung

 

Kombinierte Techniken:                  Überprüfung
aller Faust und Fußtechniken.            

Partnerübungen:
                             Durch Zuruf
der Angriffe durch die Prüfer, müssen                                                                       Verteidigung
und Konter sofort erstellt werden.

 

Selbstverteidigung:                          Es wird durch Zuruf der Prüfer SV-Aufgaben gegeben.

                                              

Freikampf:                                         Leichtkontakt, Durchkämpfen 2 x 4
Minuten.

Lehrgänge:                                        20, davon 4
Dan-Vorbereitungslehrgänge.

 

Anschrift

FC  "Pro - Gesundheit" e.V.

Schafsteg 4

96472 Rödental

 

Telefon: 09563 - 729422

 

E-Mail:

info@fitness-center-pro-gesundheit.de

 

Öffnungszeiten

Montag – Freitag              

 08.30 bis 21.30

 Samstag                                  

 09.30 bis 19.00

 Sonn- und Feiertag          

14.00 bis 17.00



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Karfreitag

 

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25./26.12.des Jahres

 

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